Fragen und ein (weitreichender)Vorschlag zur demokratischen Willensbildung

Eine erste (Nach)-Frage.
Was tun eigentlich BM im Kreisrat? Sie haben u.a. das Interesse die Kreisumlage niedrig zu halten. und u.U. deshalb die Fortführung der Helfensteinklinik ablehnen, besonders wenn sie aus dem unteren Kreisgebiet kommen.
Was tun eigentlich Ausichtsratsmitglieder der AFK, die höchstwahrscheinlich dazu neigen, die Kliniken unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen und nicht in ihrer Gesamtbedeutung für die Menschen.
Könnte man sich eine Sperrminorität vorstellen, die dann wirksam wird, wenn die Interessen direkt Betroffener berührt sind? (Also der Bewohner der Geislinger Raumschaft)
Nun zu meiner Anregung zu einer besser geeigneten Art Entscheidungen (auch in demokratischen Institutionen wie dem Kreistag) als durch Mehrheit-Entscheidungen, bei denen es immer eine oft starke Minderheit gibt, die sich als Verlierer fühlt und auch Verlierer ist.
Diese Methode nennt sich “Systemisches Kondensieren” und “funktioniert” kurz folgendermaßen:
Die Abstimmenden stimmen mit "Widerstandpunkten"ab: 10 Punkte: absolute Ablehnung. 0 Punkte:Kein Widerstand=volle Zustimmung. Dazwischen z.B. 3 Punkte: “gemässigter” Widerstand… usw. . dadurch gibt es ein viel differenzierteres Meinung- =Widerstandsbild. Die Lösung, die am wenigsten Widerstand erzeugt, wird präferieret. Die Widertände können auch thematisiert werden und damit mit großer Wahrscheinlichkeit reduziert werden (Zeigt die Erfahrung mit diesem Modell) Wenn die Lösung mit den niedrigsten ermittelten Gesamtwiderstand noch bei 5 Punkten liegt, sind die vorgeschlagenen Lösungen noch nicht entscheidungsreif und können “nachgebessert” werden.Usw. usw… Dieses Entscheidungsmodell bietet noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten einer weniger konfrontationen Art der Entscheidung

Jetzt ist mir der Text weg, ohne dass er ganz fertig war. :-)) Nr noch soviel: Es gibt im Netz unter “Systemischem Konsensieren” einige Infos. Ich sehe in dieser Art der Entscheidungsfindung eine wirklich wichtige Weiterentwicklung unseres demokratischen Umgangs miteinander , der ja immer noch durch viel Konkurrenz und Gegeneinander geprägt ist., was eine wirklich gute Entscheidungsfindung oft massiv behindert. Danke für die hier wirklich notwendige Aufmerksamkeit.

Ich habe die zwei Texte in ein Thema gepackt, @hfstickel !

Danke lieber Holger für Deine “Nachhilfe” :-_)

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Kein Problem - gerne!

Das ist eine gute Frage. Das Problem an der Sache mit den Aufsichtsräten ist: Da ist alles, aber auch wirklich alles, nicht-öffentlich.
Und bei einem Unternehmen in kommunaler Hand, wie es die AFK sind, sitzen da die gewählten Kreisrätinnen und Kreisräte (+Landrat, GF und Betriebsrat).
Nachzulesen hier: Träger | Alb Fils Kliniken

Wenn man natürlich “zum Wohle des Volkes” und “betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte” zusammenbringen “muss”, kann das schon ganz schön knifflig werden… Für die einen mehr und die anderen weniger…

Um die Entscheidungsnot zwischen- ich präzisiere- Gesundheit der Menschen einerseits und einem betriebswirtschaftlich kostendeckenden Klinikbetrieb andererseits ( der volkswirtschaftliche Nutzen von Gesundheit ist ja -Achtung: Ironie !- zu vernachlässigen) zu lindern, würde ich natürlich auf meine Gesundheit und die meiner Mitmenschen verzichten zum Wohle der betriebswirtschaftlichen Gesundheit des Medizinpalastes am Eichert.
Ganz nebenbei : Entweder- Oder- Entscheidungen sind immer ein Zeichen von Fantasiemangel und eingeschränkter geistiger Beweglichkeit ( Jede Situation bietet immer mehrere Handlungsalternativen) und würden beim “Systemischen Kondensieren” als nicht entscheidungsreif zurückgewiesen.
Herzlich Heinz