Kundgebung am 1. Mai

GESUNDHEIT STATT PROFITE!

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REDEBEITRAG Ludwig Kraus, Aktionsbündnis ERHALT der Helfensteinklinik:

Sehr geehrte Zuhörer, meine Damen und Herren, gerne spreche ich für das Aktionsbündnis „Erhalt der Helfenstein-Klinik“

Mitten in einer Pandemie eine Klinik zu schließen „JA GEHT’S NOCH“!!!

Die Menschen hier in der Raumschaft des Oberen Filstals und den Nachbargemeinden um Geislingen sorgen sich nicht nur in einer Pandemie um ihre Gesundheit, sondern immer, 365 Tage im Jahr, vielfach ein Leben lang und diese Sorge und diese Ängste sind berechtigt, wenn am 21. Mai 2021, die Kreisräte des Kreistages Göppingen, der Helfensteinklinik den Todesstoß mit ihrer Abstimmung geben.

Von jedem einzelnen Kreisrat ist es verantwortungslos die Helfenstein-Klinik zu schließen. Mehr als 100.000 Menschen wird dadurch möglicherweis die Chance auf ein Überleben genommen. Hier werden gute und sehr gute Argumente der Menschen aus der Region eiskalt, durch Herrn Landrat Wolff und die Herren der Klinikleitung in den Wind geschossen.

Selbst von einem Arzt, ja Notarzt, wie Herrn Dr. Hüttner, sollte man das nicht erwarten. Oder hat sich der Eid des Hippokrates geändert und in ihm werden nur noch ausschließlich wirtschaftliche Ziele verfolgt? Oder ist zwischenzeitlich das zusätzliche betriebswirtschaftliche Studium elementarer geworden?

Und es ist verantwortungslos wie von einzelnen Kreisräten manche lebensbedrohliche Situation, ob das ein Unfall oder ein schwerer Herzinfarkt oder vllt. eine schwere innere Blutung ist, dies als mögliches Einzelschicksal abzutun.

Meine Damen und Herren Kreisräte, vergessen sie nicht, sie sind gewählte Vertreter des gesamten Landkreises Göppingen und dieser Kreis endet nun mal nicht in Süßen, auch nicht in Gammelshausen, sondern er geht bis zu den Heidhöfen, über die Alb nach Hohenstadt und bis zum Parkplatz nahe Reußenstein. All das gehört zum Kreis Göppingen und alle Menschen die hier leben, auch die Menschen in der direkten Nachbarschaft, gehören dazu.

Viele Kreisräte im westlichen Teil des Landkreises sind sich nicht bewusst, in welch einer Komfortzone sie in Notfällen leben. Zur Klinik am Eichert haben sie nur wenige Kilometer, selbst nach Kirchheim u. T. sind es von z. B. Aichelberg oder Schlierbach nur wenige Kilometer und dies alles ohne Steigung und Gefällstrecken.

Sie können nicht verstehen, wie es Menschen hier in der Raumschaft geht, ohne ihre Helfenstein-Klinik.

Und ob die Rechnung der Klinik-Leitung überhaupt aufgeht darf doch sehr in Frage gestellt, gar angezweifelt werden, denn das wenigste Personal der Helfenstein-Klinik wird wohl in die Klinik am Eichert gehen.

Überhaupt darf vieles der vorgebrachten Argumente in Zweifel gezogen werden, ja möglicherweise selbst die Zahlen, die Planungen und die Belegungen. Denn auf welchen Grundlagen und Informationen der Klinik-Verantwortlichen beruhen die Gutachten? Kritisch gefragt, wieviel wurde vorenthalten, bzw. wieviel wurde so dargestellt, dass die Gutachter nicht anders konnten als genau das darzustellen womit sie „gefüttert“ wurden.

Genauso differieren die Aussagen zur Schließung des Schockraumes in der Helfenstein-Klinik. Es ist eben vielfach nicht so, wie es den Kreisräten vorgestellt wird.

Und das Schlimme, die Damen und Herren im Kreistag, vertrauen blind auf die Aussagen der Gutachten und unterstützen u. U. sogar das auf die Seite schieben des Szenario 2, aus dem Curacon-Gutachten, weil ihnen die Klinik-Leitung wieder neuen Sand in die Augen streut.

Vielfach wurden die Kosten in den Raum gestellt, diese sind nicht tragbar. Als bemerkt wurde, dass das Thema Kosten nicht das geeignete Instrument zu sein scheint, wurde mehr und mehr die angeblich prekäre Personalsituation, sowohl im medizinischen als auch pflegerischen Bereich, dazu genommen. So ergibt sich selbstverständlich ein Bild des Schreckens und der einzige Ausweg erscheint die Schließung.

Aber und das scheint die Schwäche des Menschen zu sein, man glaubt vielfach blind den vermeintlich guten Argumenten, denn kritisches Hinterfragen kann unbequem sein und ist mit Arbeit verbunden. Das spüren wir im Aktionsbündnis.

Das Szenario was nun die Herren wollen und der Kreistag beschließen soll, ist in der Tat der Todesstoß. Und gerne zitiere ich aus dem Leserbrief der GZ vom 27.04.2021 des Herrn Helge Bremes, „Herr Landrat sie sind nicht der Nabel der Welt. Indem Sie die meisten Wähler vor den Kopf stoßen, disqualifizieren sie sich“.

Herr Landrat, gerne möchte ich noch ergänzen, bzw. erinnern, sie sind auch nicht die Klinik-Leitung, sie sind Landrat des gesamten Kreises Göppingen.

Die meisten Kreisräte lassen sich von vermeintlich guten Argumenten täuschen und sehen nicht die Realität, sie übersehen auch, dass in der Vergangenheit bewusst die Helfenstein-Klinik systematisch abgebaut wurde, um diesen für uns empfundenen worst case herbeizuführen.

Planerisch wurde doch bereits 2015 vieles auf den Weg gebracht, gerne dürfen sie, verehrte Kreisräte, dazu mal einen Artikel aus 2015, erschienen im Filstal-Express, mit der Überschrift „Es bleibt was hängen – Spekulationen über die Klinikschließung in Geislingen“ (siehe hierzu Filstalexpress.de/alle-beitraege/427/) lesen.

Dennoch geben wir als Aktionsbündnis nicht auf, für den Erhalt unserer Klinik zu kämpfen, denn wir stehen für mehr als 100.000 Menschen, um den Erhalt zu sichern.

Es wird nichts anderes werden als ein Ärztehaus, geöffnet bis 17:00 Uhr! Pech für den der nach 17:00 Uhr in Not gerät, Pech für den, der nach 17:00 Uhr oder am Wochenende schwer verletzt wird. Pech für den der einfach nur nach 17:00 Uhr ein Notfall wird.

Glück für den, der im Unteren Filstal wohnt.

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